Martin Wörner, Biersommelier, Autenried (Deutschland)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Als gelernter Brauer und Mälzer bin ich schon mit 16 Jahren mit der Bierherstellung konfrontiert worden. Nach Gesellenzeit und Ausbildung zum Brau- und Malzmeister wurde das Thema Bier und Genuss immer interessanter für mich. Im Dezember 2015 haben meine Frau und ich den IHK-Bierbotschafter in Berlin erfolgreich abgeschlossen. Doro und Hans Wächtler haben uns dort den letzten Ruck gegeben, um mehr in diesem Bereich zu machen und kreativ zu werden. Unsere damalige Projektarbeit, Bestandteil der Prüfung, war eine Firma rund um Biererlebnisse.

Im August 2016 waren wir dann zusammen bei Doemens und haben den Aufbaukurs zum Biersommelier absolviert. Der Dank geht dabei an Nicola Buchner und Michael Zepf, die unsere Neugier abermals entfachen konnten. Das war dann letztendlich der Startschuss zu unserer gemeinsamen Firma: We2 - Biererlebnisse. Konkret hat sich bei mir mit der Ausbildung zum Biersommelier die Sichtweise eines jeden Bieres verändert. Ich vermittle die wunderbare Welt der kleinen und mittelständischen Biere mit der gleichen Euphorie wie auch internationale Bierstile.

Zudem erweitert die Ausbildung zum Biersommelier das Fachwissen eines jeden Braumeisters und gibt Einblicke in bislang vernachlässigte Themen bei Bier. Technik und Sensorik haben sich bei mir zu einer Synergie entwickelt, die ich nicht mehr missen möchte.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Unser entstandenes Kleingewerbe ist Bühne für Schulungen, Foodpairing, Verkostungen, Bierevents und besonders für Braukurse mit einer mobilen Brauanlage. Im Autenrieder Brauereigasthof sowie bei einem befreundeten Gastronom und Biersommelier sind mittlerweile Braukurse buchbar, aber wir kommen auch gerne privat nach Hause. Neben dem Bierbrauen gebe ich dann Einblicke in Historie, gebe praktische Tipps für zu Hause, und wir verkosten zusammen verschiedenste Bierstile. Wir haben einen monatlichen festen Termin für das Foodpairing-Thema "Bier und Käse" in Autenried. Dabei ist mir wichtig, dass wir regionale Produkte verwenden und den Besuchern die Begeisterung von klassisch gebrauten südbayerischen Bieren und der traditionellen Käseherstellung einer benachbarten Käserei vermittelt wird. Es gilt für mich immer, die Besonderheiten, Eigenheiten und markanten Eindrücke herauszuarbeiten und diese meinem Publikum zu vermitteln. Dabei gefällt mir besonders, bei meinen Gästen ein Funkeln in den Augen zu sehen oder ein Aha-Erlebnis zu vermitteln. Bei internationalen Bierstilen ist es einfach nur fantastisch, wenn man den Bierhorizont eines jeden erweitern darf und bei einem Wiedersehen diese Eindrücke immer noch vorhanden sind. Das zeigt, dass wir Bier viel zu lange unterschätzt haben.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Momentan habe ich die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in München auf dem Zettel. Bei der Mälzerei Weyermann fand zusammen mit "Bierbegeisterung" (Doro & Hans Wächtler) ein Vorbereitungskurs statt. Es wird für mich in München vor allem interessant sein, Biersommeliers aus der ganzen Welt zu treffen und die Möglichkeit zu haben, mit den "Großen" über deren Erfahrungen zu sprechen. Mit We2 -Biererlebnisse möchten wir ebenfalls unseren Bekanntheitsgrad vergrößern und somit mehr Personen neugierig machen, sei es auf Brauseminare, Verkostungen oder Schulungen. Es gibt in diesem Bereich weitgreifende Möglichkeiten, und eine geeignete Location ist auch noch nicht final gefunden. Ebenfalls möchte ich natürlich mein Wissen in den Brauereialltag einfließen lassen, weil dort Produktion, Außendienst und Marketing sehr eng beieinanderliegen. Mittelfristig könnte ich mir vorstellen, eigene Biersorten zu brauen, jedoch ist das noch Zukunftsmusik. Ich habe gelernt, immer einen Schritt vor den anderen zu setzen, somit habe ich momentan als Braumeister in Autenried und mit We2 - Biererlebnisse genügend zu tun. Zusammen mit meiner Frau werde ich mir jeden Schritt genau überlegen, bevor wir mit einem herrlichen Glas Bier in der Hand das Schwärmen beginnen und Bierliebhaber mit den fast endlosen Facetten, sortenbezogenen Besonderheiten und vielfältigen Aromen in unseren Bann ziehen.


Oliver Wesseloh, Weltmeister der Sommeliers für Bier 2013, Hamburg (Deutschland)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Meine Ausbildung zum Biersommelier im Frühjahr 2012 war quasi der Startschuss in ein neues (Bier-)Leben. Auch wenn ich den Entschluss schon früher gefasst hatte, hat mich die Ausbildung auf jeden Fall darin bestärkt, daran mitzuarbeiten, die Biervielfalt zurück nach Deutschland zu bringen. Damals bin ich noch aus Miami angereist, um an der Ausbildung teilzunehmen. Einige Monate später sind wir dann mit der ganzen Familie nach Deutschland zurückgekehrt, um mit dem Aufbau unserer Kehrwieder Kreativbrauerei  zu beginnen. Seitdem ist wahnsinnig viel passiert. Im Herbst 2012 habe ich angefangen, die eigene Brauanlage aus alten Milchtanks zu bauen, im Frühjahr 2013 haben wir das erste Prototyp gebraut und präsentiert, im Herbst 2013 habe ich die Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier gewonnen, 2014 haben wir nach langer Suche endlich einen festen Standort für die Kehrwieder Kreativbrauerei gefunden, 2015 wurde unser „Bier Leben“ veröffentlicht; als Teil der Jury durfte ich in Brasilien 2016 meinen Nachfolger Simonmattia Riva küren; Anfang 2017 habe ich mit Kollegen den Verein Deutsche Kreativbrauer e.V. gegründet – um nur einige wichtige Ereignisse der letzten fünf Jahre zu nennen. Parallel dazu habe ich Rezepte für über 30 verschiedene Biere entwickelt und da-nach gebraut – gemeinsam mit Kollegen oder im eigenen Sudhaus in Hamburg.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Ich lebe Bier – jeden Tag, beim Kreieren neuer Rezepte, beim Brauen, im Rahmen von Verkostungen oder Vorträgen oder in internationalen Wettbewerben wie dem European Beer Star in Deutschland, den World Beer Awards in England, der Mondial de la Bière in Frankreich oder dem World Beer Cup in den USA. Mit der Ausbildung zum Biersommelier habe ich für die professionellen Bewertungen der Biere bei den Wettbewerben ein wichtiges Handwerkszeug an die Hand bekommen. Für mich sind die Wettbewerbe immer eine tolle Gelegenheit, bekannte Pfade zu verlassen. Ich liebe es einfach, immer wieder mit offenen Augen in die Welt zu gehen, Neues zu entdecken, wiederzukehren und meine Erfahrungen in meinen Rezepten für unsere Kehrwieder-Biere erlebbar zu machen. Bei Bier-Dinnern, Verkostungen, Vorträgen oder Seminaren ist es mein größtes An-liegen, die Menschen für das Thema Bier zu begeistern und zu zeigen, was Bier alles kann. Dabei ist es mir wichtig, das Thema Bier und seine Vielfalt in den Vordergrund zu stellen und nicht eine einzelne Marke – auch nicht die eigene! Als Sommeliers für Bier müssen wir die Menschen mit dem Thema anstecken, für das wir brennen. Erst wenn der Funke übergesprungen ist, sind (wir) Brauer gefragt, die neu entdeckten Bierstile auch parat zu halten und damit zu überzeugen.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Auf unserem Kehrwieder-Fahrplan steht – neben unseren dauerhaften Klassikern Prototyp, überNormalNull und der SHIPA-Serie – für dieses Jahr jeden Monat ein neues Bier, und meine Ideenliste wächst ständig. Dabei sind viele Herzensprojekte, auf die ich mich sehr freue, z.B. unsere Sanddorn-Gose, unser Rauch-IPA oder unsere fassgereiften Biere. Auch darüber hinaus ‚gärt‘ es ständig in mir. Ich möchte noch viel mehr mit ungewöhnlicheren Hefen experimentieren, deutlich mehr mit Kräutern, Gewürzen und Früchten arbeiten und generell neue Kombinationen ausprobieren, anstatt ausgetretenen Pfaden zu folgen. Am meisten freue ich mich immer wieder über Gemeinschaftsprojekte mit anderen Brauereien, denn es gibt kaum etwas Inspirierenderes, als sich mit Kollegen bei ein paar herausragenden Bieren auszutauschen. Parallel zum täglichen Wahnsinn in der eigenen Brauerei setze ich mich gemeinsam mit Kollegen im Verein Deutsche Kreativbrauer e.V. für eine deutschlandweit einheitliche Regelung ein, die Brauern in allen Bundesländern gleichermaßen das Brauen von Bier mit allen natürlichen Zutaten ohne Sondergenehmigung erlaubt, denn die Förderung der Biervielfalt liegt mir nach wie vor sehr am Herzen. Gerne würde ich viel mehr Zeit in Verkostungen und Seminare investieren. Denn es ist für mich immer wieder ein großartiger Moment, wenn es mir gelingt, die Teilnehmer mit meiner Begeisterung anzustecken und ihnen die Augen für die wahre Biervielfalt zu öffnen. Nur leider hat der Tag nun einmal nur 24 Stunden, und das handwerkliche Brauen verschlingt einen sehr großen Anteil davon, sodass momentan wenig Zeit für Aktivitäten außerhalb der Brauerei bleibt.


Manuela Mödlhammer, Präsidiumssmitglied und Schriftführerin, Salzburg (Österreich)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Durch die Diplom Biersommelier-Ausbildung habe ich nicht nur sehr viel an neuem Wissen erworben, sondern konnte bereits vorhandenem Wissen eine fundierte Basis geben. Damit bin ich in vielen Themen 'sattelfester' geworden, habe Lust bekommen, Wissen qualifiziert weiterzugeben und für Bier(kultur) zu begeistern.


Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Ich setze mein Bierwissen täglich ein – sei es in meinem Beruf als Marketingleiterin der Trumer Privatbrauerei oder privat, bei Blindverkostungen unter Freunden, die immer wieder für unterhaltsame Abende sorgen. Als Diplom Biersommelier geht es aber nicht nur um Bierwissen – für mich zählt vielmehr die Leidenschaft und Freude daran, Wissen weiterzugeben, überraschen zu können und Begeisterung zu wecken.


Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Neben Brauereiführungen und geführten Verkostungen in der Brauerei aber auch bei externen Partnern, die ich sehr gerne auch selbst durchführe, bieten wir in unseren eigenen Lokalen regelmäßige 'Beer & Food Pairings' an. Es ist schön zu sehen, wie begeistert und überrascht Gäste reagieren, wenn man zu Fisch, Käse oder Schokolade statt des gewohnten Weiß- oder Rotweins ein perfekt harmonierendes Bier serviert.


Michael König, Biersommelier, Bayreuth

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Erst vor kurzem stand ich vor meinem Diplom und hab gesehen, dass meine Ausbildung nun schon fast vier Jahre her ist. In dieser Zeit ist viel passiert; ich war fast zwei Jahre als Produktmanager bei einem Craftbier-Online-Handel und nun bin ich seit über einem Jahr bei der Brauerei Gebr. Maisel in Bayreuth. Die Ausbildung und die bisherigen Erfahrungen haben mich zu dem Punkt gebracht, an dem ich jetzt bin. Es ist unglaublich toll, meine Bierbegeisterung täglich an andere Menschen weitergeben zu können. Der Beruf des Biersommeliers ist für mich so umfangreich und abwechslungsreich. Dazu kommt die Liebe zum Bier, genau das alles macht ihn zum besten Beruf der Welt.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Es gibt in der Brauerei verschiedene Bereiche, in denen ich mitarbeite. Allem voran steht die Gastronomie Liebesbier; dort kümmere ich mich um alle Bierthemen, von der Bierauswahl über die Schankanlagenreinigung und die Bierkarte bis hin zur Mitarbeiterschulung. In der Brauerei habe ich auch einige Aufgaben. Neben dem touristischen Teil, wo wir Tastings und Bierseminare anbieten, gibt es Mitarbeiterschulungen, Produktschulungen, Foodpairing für den Vertrieb, Entwicklung von Produktideen und Collaborations für Maisel & Friends und fast wöchentlich kommen neue Aufgaben hinzu. Die Abwechslung ist das, was den Beruf für mich zu mehr als nur einem Job macht.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Durch unsere neue 'Maisel & Friends Brauwerkstatt' mit der 25hl-Anlage haben wir nun die Möglichkeit, öfter mal Seasonals auf den Markt bringen, die durch Produktideen von unserem Inhaber Jeff, unserem ersten Braumeister Marc oder mir entstehen werden. Auch das Thema Collaboration Brews ist im Moment aktuell, denn noch in diesem Jahr werden wir eine Collaboration mit einer US Craft Brewery starten. Und dann liegen mir natürlich unsere eigenen Festivals im Liebesbier und in der Maisels Bier-Erlebnis-Welt sehr am Herzen – im März findet das HOPPY BIRTHDAY FESTIVAL statt und im September das CRAFT BRAUER FESTIVAL. Wir werden immer versuchen, neue Brauereien und Highlights zu präsentieren, um viele Besucher ins schöne Bayreuth zu locken.


Reini Schenkermaier, Diplom Biersommelier und Sektionsleiter Österreich Ost, Eisenerz (Österreich)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Meine Sommelierausbildung ist zeitlich mit der Eröffnung unserer Mikrobrauerei Erzbergbräu zusammengefallen, und so hat sich eigentlich mein ganzes Leben verändert. Als Mensch mit starker Affinität zum Genuss in jeder Hinsicht hat sich mir eine neue Ebene des kulinarischen Genusses mit Bier eröffnet.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Mit der eigenen Brauerei im beruflichen Vordergrund kann es nie schaden, über den technischen Horizont hinauszuschauen, hinein in die weite Welt der sensorisch so interessanten Biere unseres Planeten. Bei Braukursen, Brauereiführungen, Verkostungen und Bierkulinarien ist es meine Mission, meine interessierten Gäste mit dem Genussvirus, der sich auf die sensorische Vielfalt rund ums Bier spezialisiert hat, anzustecken.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ein – wie es so schön in der Politik oft heißt: ergebnisoffenes – Projekt ist unser erstes Fassreifungsvorhaben. Ein Stout historischer Machart (Blend aus hellem Strong Ale und Stout Porter) werden wir demnächst in einem mit österreichischem Whisky vorbelegten Fass zur Reifung bringen. Da freue ich mich schon auf das Ergebnis, das dann hoffentlich auch Anlass zur Freude bietet. Darüber hinaus verstärken wir – meine Frau als Köchin und ich als Biersommelier – unsere Bemühungen, den Menschen im Zuge von Bierkulinarien nahezubringen, wie sehr sich Bier dazu eignet, den Genuss feiner Speisen noch zu steigern.


Sandra Ganzenmüller, Präsidiumssmitglied und Pressesprecherin, Freising (Deutschland)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Die Welt der Bierbrauer ist mir nicht unbekannt gewesen, allein durch mein Studium in Weihenstephan, aber durch die Ausbildung hat sich für mich eine ganz neue, spannende Welt aufgetan. Ich habe unglaublich viele Persönlichkeiten und Branchengrößen getroffen, mit denen ich stets tolle Gespräche führe und so neu Eindrücke gewinnen kann. Ich freue mich auf jedes Verbandstreffen, die unterschiedlichsten Branchenleitmesen und Wettbewerbe, um noch mehr Kollegen kennenzulernen und mein Wissen zu vertiefen. Die Ausbildung war für mich nicht nur ein fachlicher, sondern ein persönlicher Gewinn.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Ich kombiniere mein Fachwissen mit meinem Beruf als Inhaberin meiner Food-PR-Agentur und leiste so meinen Beitrag, dass bei Verbrauchern, die Neugier an der deutschen Bierkultur und -vielfalt wieder geweckt wird, und sie Lust bekommen, Neues auszuprobieren und sich auf Genussreisen unter der Regie von Biersommeliers einzulassen. Ich möchte Journalisten dabei unterstützen, tolle Geschichten rund um Bier zu Papier zu bringen, und damit viele Leser zu erreichen. Da es mir möglich ist, den Beruf und das Hobby zu verbinden, freue ich mich, dass ich in den letzten Jahren in die Jury mehrerer internationaler Wettbewerbe berufen wurde. Hier verkoste und bewerte ich vornehmlich deutsche Bierstile und sorge damit dafür, dass trotz aller innovativer Entwicklungen, klassische Bierstile aus Deutschland in ihrem Charakter bewahrt werden.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ich werde mich sicherlich auch weiterhin der Kommunikation von Bierkultur und der Biervielfalt widmen. Nach den Büchern bin ich jetzt ins Online-Schreiben zu Bierthemen eingestiegen, die ich auf unserem Agenturblog www.kommunikationpur.com/branchentreff veröffentliche.


Markus Betz, Diplom Biersommelier, Wien (Österreich)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Der Biersommelier ist die logische Weiterbildung innerhalb meiner Position als Category Manager Beer beim Getränkegroßhändler Ammersin. Einschlägiges Wissen über Bier ist schließlich ein wichtiger Eckpfeiler bei den BeerLovers – sicher auch eine Art Dokumentation für den Expertenstatus beim Thema Bier. Deshalb gehört der Kurs einfach zu meiner Arbeit und Profession dazu.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Das beste Beispiel ist der stärkere Aufbau der österreichischen Bier-Community. Wir sprechen neue Zielgruppen an und dürfen niemals still sitzen. Dabei sind wir sehr aktiv: Wir stellen die weltweite Biervielfalt mit ihren neuen, aber auch den fast vergessenen Bierstilen einer breiten Öffentlichkeit vor. Da geht es um harte Motivations- und Überzeugungsarbeit sowohl in der Gastronomie als auch im Handel – der Schlüssel liegt in der erfolgreichen Transportierung der Prinzipien von kreativen Bieren. Unzureichendes Bierwissen schadet dem Projekt extrem.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Wir befinden uns im Endspurt bei der Eröffnung unserer Schaubrauerei. Zu viel wollen wir noch nicht verraten, aber diese Mikrobrauerei wird unglaublich viele Möglichkeiten schaffen, den Ruf von Bier auf das hohe Niveau zu heben, auf das es gehört. Darüber hinaus entwickeln wir uns auch im Bereich Kulinarik weiter und arbeiten derzeit an einer sehr hochwertigen Bierpraline.


Jan-Hendrik Koch, Biersommelier, Istanbul (Türkei)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Der Biersommelier hilft mir bei meiner Arbeit in unserer modernen Gasthausbrauerei, meine fachübergreifende Kompetenz zu stärken. Mittlerweile bin ich nicht nur Brauer, sondern werde nach Foodpairing-Ideen gefragt und habe bei der Gläserauswahl entscheidendes Mitsprachrecht. Außerdem lehrt einen die Ausbildung, noch enthusiastischer, detaillierter über Bier zu reden. Bereits vorhandenes Wissen wurde gefestigt und ausgebaut. Was sich noch verändert hat? Endlich kann ich an der Deutschen Meisterschaft der Biersommeliers teilnehmen und bin nun auch für die Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier qualifiziert. Da ich meine, eine gute Nase und einen guten Geschmackssinn zu haben, war mir klar: Da muss ich mitmachen.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Ich berate den „General Manager“ unseres Restaurants in allen bierrelevanten Fragen: vom Menü über Foodpairing, Menübeschreibungen, Events und Tastings bis hin zur Gläserauswahl. Außerdem fange ich gerade an, über die Bierszene in der Türkei zu schreiben. Da hilft es, die spezifischen Themen etwas mehr auszuschmücken und das neu erlernte Vokabular anzuwenden.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Die Teilnahme am European Beer Star mit unserer türkischen Marke „TORCH BREWERY“, das Installieren einer Starkbier-Produktlinie lagerfähiger Sorten, den Ausbau der Leicht- und Sommerbiere (2–4 % alc), Foodpairing mit Bier und Schokolade, Bier und Austern und Bier und Käse und hoffentlich regelmäßige Artikel im Craft-Beer-Magazin.


Simonmattia Riva, Weltmeister der Sommeliers für Bier 2015, Italien

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Die Ausbildung zum Biersommelier hat mir erlaubt mein Wissen, das ich in zwanzig Jahren als leidenschaftlicher Autodidakt und in Kursen in Italien von Unionbirrai und MoBi gesammelt habe, zu verfeinern und zu systematisieren. Die Professionalität der Ausbildung haben mir geholfen, einige grundlegende Aspekte des Bierbrauens zu vertiefen und mir einen größeren Überblick über die Komplexität der Welt des Bieres gegeben.Der Kontakt mit Brauern, Distributoren , Köchen und anderen Fachkräften die eine gänzlich andere Vision von Bier haben, als ein leidenschaftlicher Liebhaber der Bier zum Hobby hat, haben mich sehr bereichert, sowohl in Bezug auf das neu gesammelte Wissen und natürlich vom menschlichen Standpunkt aus. Ich hoffe, dass auch in Italien die Figur des Biersommelier immer mehr an Bedeutung und Autonomie gewinnt, die sie ja bereits in Deutschland und anderen Ländern hat und damit wesentlich zum Wachstum des Wissens und des verantwortungsvollen Konsums von Bier in meinem Land beiträgt.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Alles Wissen soll verbreitet und geteilt werden, es macht keinen Sinn sich wie ein alter Geizhals zu verhalten, der seinen Schatz vor den Augen anderer verborgen hält, aus aller Angst, dass er Ihm weggenommen werden könnte. Persönlich versuche ich meine Kenntnisse über die Biere in meiner täglichen Arbeit in meinen Pub „Beer Garage“ in Bergamo weiter zu geben, in dem ich mit unseren ausgesuchten Bieren unsere Kunden neue Aromen und Geschmackseindrücke entdecken lasse. Ich habe überdies auch viel Erfahrungen als Dozent in Verkostungskursen und Einführungen in die Bierkultur sammeln können und hoffe, diese Tätigkeit "nach dem Erwerb des Titel des Weltmeisters“ noch weiter auszubauen. Eine andere Sache, die mir sehr am Herzen liegt, ist als Judge an internationalen Wettbewerben teilzunehmen. Dies sind tolle Gelegenheiten zum Weiterbilden und sich mit anderen Enthusiasten und Experten aus der ganzen Welt auszutauschen. In Homebrewing Wettbewerben, hat man überdies noch die Gelegenheit "angehenden" potenziellen Brau Talenten zu helfen.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ich erlebte den Weltmeistertitel als ein Zeichen des Schicksals, um zu entscheiden,Bier nicht nur als Hobby zu betreiben sondern zu meinen Berufzu machen. Ich werde natürlich auch weiterhinin meinen Pub arbeiten und hoffe, das mir der Weltmeistertitel die Türenzu internationalen Wettbewerben als Judge öffnet um mit vielen Brauereien und Kollegen in Kontaktzu kommen. Da mein beruflicher Hintergrund mit der Welt der Lehrertätigkeit verbunden ist, liegtmir das lehren und die gemeinsame Nutzung von Wissen besonders am Herzen, deshalb freut es mich natürlich besonders das mich Stefan Grauvogl als Dozent zu Doemens geholt hat und ich aktiv an der Formation von neuen Biersommeliers in Italien teilhaben kann.


Dr. Markus Sailer, Deutscher Biersommeliermeister 2015, München

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Das Bier ist für mich viel mehr ein Genussmittel geworden, als dies früher der Fall war. Natürlich spielen dabei der erfrischende Zischeffekt und die Vielfalt der Biere eine Rolle, viel mehr noch fasziniert mich aber das Wissen um die Geschichte und die Lebendigkeit der einzelnen Bierstile. Durch das Wissen um Hintergründe, Technik und Geschmack der Biere spannt sich ein Genusskosmos auf, der seinesgleichen sucht.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Das Bier muss seinen Platz auf Augenhöhe mit dem Wein finden! Das wird noch ein langer Weg über die nächsten Jahre, aber die Ansätze sind vielversprechend. Meine Aufgabe sehe ich darin, sowohl Wissen als auch Spaß zu vermitteln!

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Als Biersommelier interessiert mich besonders das fertige Bier, dessen Lagerung und die Präsentation. Mit Speisen das richtige Pairing zu finden ist immer wieder eine spannende Aufgabe, der Effekt der richtigen Lagerung von Bier in Holzfässern und teils über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus ist ein Brückenschlag zur Weinkultur, der mir viel Spaß macht. Ein Thema, das mir ganz besonders am Herzen liegt, ist das richtige Bierglas und der Zugewinn an Aroma, den man aus einem wirklich guten Glas bekommt.


Medea Tappeiner, Präsidiumsmitglied und Kassier, Bruneck (Südtirol)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Das Thema Genuss hat für mich schon immer eine große Rolle gespielt. Ich nehme mir gerne Zeit um die Vielfalt der Aromen, von denen wir umgeben sind wahrzunehmen. Vor allem beim Essen und Trinken liebe ich es, zu riechen und zu schmecken, den Geschmack wahrzunehmen und zu genießen. Nicht nur bei den tollen Gaumenfreuden spielt die Wahrnehmung eine wichtige Rolle sondern auch in unserem Umfeld. Was gibt es zum Beispiel schöneres als den Geruch des Waldes oder einer bunten Blumenwiese? Die Natur ist der Ursprung der Gerüche, von ihr kann man die ganze Vielfalt der Aromen lernen.

Durch die Ausbildung zur Biersommelière habe ich gelernt, noch mehr mit offener Nase durch die Welt zu gehen und mit mehr Bewusstsein auf die sinnliche Wahrnehmung zu achten. Es hat sich mir eine spannende, vielseitige und abwechslungsreiche Welt geöffnet – die Welt der Biere. Für mich ist brauen (wie das kochen auch) eine Kunst. Und die Kunst steckt vor allem darin einen spannenden und einzigartigen Geschmack zu kreieren. Durch die Biersommelier Ausbildung habe ich nun die passenden Werkzeuge erhalten um mich mit mehr Aufmerksamkeit der Geruchs- und Geschmackswelt zu widmen. Erkannte Aromen zu definieren und die Kunst des Brauens zu verstehen. Ich habe gelernt meine Sinne zu schärfen.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Auch an meinem Arbeitsplatz steht Genuss im Vordergrund. Ich arbeite in Bruneck (Südtirol) im harpf Getränkeladen und zu meiner Freude habe ich dort tagtäglich die Möglichkeit mein Wissen rund um das Thema Bier einzusetzen. Man findet hier eine Vielzahl an handwerklich hergestellten Produkten: Lebensmittel, Weine, Spirituosen und vor allem über 130 verschiedene Biersorten. Neben dem direkten Kontakt mit den Genießern unter den Menschen stehe ich auch unseren Kunden aus der Gastronomie beim erstellen einer Bierkarte oder eines Bierkulinariums zur Seite. Unser Ziel ist es, den Menschen in unserer Umgebung einen Einblick in die Welt der Biere zu geben, Interesse an der Biervielfalt zu wecken und die Freude am Genuss zu vermitteln. Das Ganze fällt natürlich leichter, wenn man dies selbst mit Freude und Leidenschaft lebt. Es macht mir Spaß, meine Erfahrungen und das Gelernte weiterzugeben, mich über das Thema auszutauschen und vor allem aber das Wissen zu erweitern, wozu mir bei meiner Arbeit ständig die Möglichkeit geboten wird.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Seit ein paar Jahren gibt es in Südtirol die Ausbildung zum Diplom Bier Experten, bei der ich eine der Referenten bin. Aber auch bei anderen Bierverkostungen oder verschiedensten Veranstaltungen versuche ich stets, die Begeisterung für Bier zu wecken. Die Bierkultur sowohl im deutschsprachigen, als auch im italienischen Raum verfolge ich mit großem Interesse und genau das macht es als Südtirolerin so spannend: Es ist toll den Einfluss von beiden Seiten mitzubekommen und diese zu verbinden.


Christoph Kämpf, Präsidiumsmitglied und Präsident, Straubing

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Die Blickrichtung auf das Thema Bier hat sich verändert. Ich hatte schon vor der Biersommelier-Ausbildung viel mit Bier zu tun. In einer Brauerei aufgewachsen habe ich in allen Bereichen, die das Bier durchläuft, gearbeitet. Habe Malz aus Säcken in die Schrotmühle geschüttet, Tanks per Hand gereinigt, abgefüllt und das fertige Bier zu Kunden gefahren. Ich war der Meinung, einiges über Bier zu wissen. Nach der Biersommelier-Ausbildung wusste ich, dass ich nur von der Technik des Bierbrauens etwas weiß. Ein mindestens ebenso spannender Teil ist aber das Getränk Bier. Die Vielschichtigkeit, Komplexität eines Bieres ist sehr verblüffend und wird leider von vielen Konsumenten unterschätzt, ja sogar gering geschätzt. Oftmals durch gedankenlose Sprüche sogar in eine „Schmuddelecke“ gestellt. Dabei bietet Bier viele Tausende von Geschmackskomponenten, die in Kombination ein Feuerwerk im Mund und Nase verursachen können wie kein anderes Getränk.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

In allen Gesprächen mit Kunden, Geschäftspartner und Journalisten versuche ich das oftmals geringe Wissen rund ums Bier in ein besseres Licht zu rücken. In Biersommelier-Abenden zeige ich den Interessierten die Brauerei, um jedem den Aufwand, der hinter der Bierherstellung steht, zu zeigen. Anschließend sprechen wir über den Biermarkt, Bierstile und verkosten eine Vielzahl unterschiedlicher Biere. So erweitert sich der Bierhorizont und das Ansehen des Bieres.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Aufgrund unserer neuen Sudhaustechnik ist es uns möglich, kleine, kreative Biermengen zu brauen. Erst kürzlich haben wir einen Hellen Bock in limitierter Menge gebraut. Auch das Thema Collaboration-Sude wird zwischenzeitlich an uns herangetragen und wir werden in Zukunft gemeinsam mit anderen Brauereien Biere brauen. Zwischenzeitlich haben unsere Außendienstmitarbeiter den Biersommelier erfolgreich abgeschlossen und bringen tolle Ideen für neue Biere ins Gespräch.


Axel Kiesbye, Präsidiumsmitglied und stellvertretender Präsident, Obertrum bei Salzburg

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Wir haben Bier vom Image eines billigen Massengetränks zu einem vielfältigen, qualitativ hochwertigen und spannenden Kulturgetränk entwickelt. Bier hat mittlerweile wieder die Wertschätzung, die es verdient. Diplom Biersommeliers sind dabei bieraffine Personen, die den Facettenreichtum des Bieres kennen und kommunizieren können und dabei als Vermittler zwischen Brauereien und Konsumenten auftreten. Für mich persönlich als Initiator der Ausbildung erfüllt es mit Stolz, welchen Stellenwert meine Braumeisterkollegen durch diese Ausbildung bekommen haben – so wie die Köche in der gehobenen Gastronomie sind sie nun zu den Stars und wichtigsten Repräsentanten der Brauereien geworden und stehen im Rampenlicht.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Wissen ist nicht Statisches und wird beispielsweise nur durch Gespräche mit den Teilnehmern der Biersommelierkurse laufend erweitert. Interessante Strömungen und Ideen werden dabei herausgefiltert und in neue Kurse und Bierprojekte gesteckt. So möchte ich möglichst viele Bierliebhaber an aktuellen Entwicklungen teilhaben lassen. Außerdem baue ich mein Bierwissen bei Beratungen, bei der Durchführung von Bierevents und im journalistischen Bereich ein.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ideen gibt es viele, manche brauchen Zeit und einen Markt. Meine Mission ist es, vor allem die Gastronomie von der Notwendigkeit einer fundierten Bierausbildung zu überzeugen und hier attraktive Ausbildungspackages zu schnüren. Ein weiteres Projekt ist die Wissensvermittlung. Hierzu aber später mehr.


Dr. Wolfgang Stempfl, Präsidiumsmitglied und Ausbildungsleiter, Gräfelfing

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Wie wir vor zehn Jahren mit der Biersommelier-Ausbildung begonnen haben, hätte ich mir selbst in den kühnsten Träumen nicht vorgestellt, welche Veränderungen wir in der Wahrnehmung von Bier mit dieser Initiative bewirkt haben. Aber offenbar war die Zeit reif, Bier in seinem riesigen Facettenreichtum als Genussmittel zu verstehen und wir konnten nicht nur die angehenden Biersommeliers in den Kursen davon begeistern, sondern – und das freut mich am meisten – die Biersommeliers haben ebendiese Begeisterung hinaus getragen in die Brauereien, in die Gastronomie und den Handel mit Bier. Seither hat sich ein starker Wandel in der Bierlandschaft in unseren Landen vollzogen. Die Rohstoffe zum Bierbrauen fanden und finden bei den Brauern wieder eine größere Beachtung, traditionelle Technologien in der Bierherstellung wurden wieder angewendet und auch das Fass als Lagermöglichkeit für Bier wurde wieder entdeckt. Dies hat sowohl die Bierlandschaft bei uns vielschichtiger gemacht, als auch das Interesse am Genussprodukt Bier beim Verbraucher geweckt und viele neue „Bierenthusiasten“ geboren. Dies alles hat mich sehr glücklich gemacht.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Das Faszinierende ist: Bier ist so vielfältig, dass einem das eigene Wissen darüber wie ein Sandkorn im Meer vorkommt. Bei jedem Biersommelier-Kurs und jedem Seminar lerne ich mindestens genauso viel von den Teilnehmern, wie die Absolventen von mir erfahren können. Und dies gilt ebenso bei all den Bierprämierungen und Bierverkostungen, an denen ich selbst teilnehme: Man wird immer wieder von unverhofften Geschmackseindrücken überrascht und bemerkt mit Freude, dass es ständig Neues zu entdecken gibt. Und diese „Entdeckungen“ gebe ich natürlich gerne wieder weiter in den unterschiedlichsten Ausbildungen an all diejenigen, die selbst gerne auf eine sensorische Entdeckungsreise gehen wollen.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ich habe ständig neue Ideen im Kopf, die „Faszination Bier“ auf unterschiedlichste Weisen den Menschen näher zu bringen. Zurzeit sind wir an der Doemens Akademie und im „Institute of Masters of Beer“ sehr damit beschäftigt, diese Faszination einerseits bei neuen Zielgruppen zu wecken, andererseits aber für unsere Biersommeliers bierige Themenkreise noch vielschichtiger und tiefgehender anzupacken. Mit Freude und Stolz erfüllt mich aber auch, dass viele unserer Biersommeliers in der Zwischenzeit selbst immer mehr bierige Ideen gebären und auch umsetzen. Deshalb dürfen wir uns sicher alle auf viele interessante Projekte in der Zukunft freuen.


Klaus Artmann, Präsidiumsmitglied und externes Marketing, Berater und Unternehmer, Wasserburg am Inn

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Die Selbsterkenntnis viel zu wenig über Bier zu wissen, führte nach einigen Jahren Selbststudium in Fachliteratur und Braupraxis zielsicher auf die Ausbildung zum Biersommelier zu. Diese Vertiefung der Kenntnisse in Verbindung mit ansteckender Begeisterung für die vielfältige Welt der Biere hat meinen Blick, mein Herz und meinen Gaumen verändert. Täglich gibt es neue Biere zu entdecken und kleine sensorische Wunder zu genießen.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Das Bierwissen ist die Grundlage für ansteckende Begeisterung. Dabei springt der eigene Bier-Funke nicht belehrend sondern unterhaltsam über bei Bierevents, Bier-Seminaren oder Bier-Menüs. Als Unternehmer macht es mir besonders große Freude mein Bierwissen mit meinem Unternehmerwissen zusammenzubringen und Brauereien, Getränkehändler oder Gastronomen zu beraten. Mein persönliches Engagement für die Biervielfalt und mehr Allgemeinbildung in Sachen Bier zeigt sich bei www.biertraum.de, www.biershop-bayern.de oder www.bier-quiz.de.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Schon heute nutze ich Analogien und Beispiele aus der Bierwelt, um Unternehmensstrategien oder Leitbilder für mittelständische Unternehmer handfest greifbar zu machen. Bier neu entdeckenund das Besondere im scheinbar so Gewöhnlichen zu erleben, führt zu vielen Impulsen und Denkanstößen für die eigene Einzigartigkeit der Unternehmen. Hierzu wird noch einiges in Angriff genommen …

Die Faszination Bier wird sicher noch zu einigen neuen Abenteuern, Beratungsformaten und Unternehmungen führen. Wichtig ist mir dabei, dass man gemeinsam mit anderen Bierliebhabern noch mehr erreichen kann – denn Bier führt zueinander und macht miteinander noch mehr Freude.


Karl Zuser, Biersommelier, Ried (Österreich)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Als Gastronom und Bierfreund hatte ich das Gefühl, einiges über das Thema Bier zu wissen. Als ich den Kurs im Jahr 2012 besuchte öffnete sich mir aber eine völlig neue, nicht bekannte, (Bier-) Welt mit einer ungeahnten Sorten- und Geschmacksvielfalt. Seither bin ich ständig auf der Suche nach ausgezeichneten Bieren und habe meinen Gasthof noch stärker dem Bier gewidmet. Ich nütze das Thema zur Positionierung mit echtem, schwer kopierbarem Alleinstellungsmerkmal.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Recht umfassend, denke ich: Bier des Monats, wechselndes 5 gängiges Biermenü, Bierverkostungen auswärts und in meinem einzigartigen Bierkeller mit mehr als 200 verschiedenen Bieren. Um dem Ruf als Botschafter des guten Bieres gerecht zu werden, gründete ich einen (offenen) Stammtisch der BIERologen, welcher sich regelmäßig am letzten Donnerstag im Monat, bei mir im Gasthof Riedberg trifft und bei welchem interessante Biere in gediegenem Rahmen verkostet werden. Dazu ist natürlich jeder gerne eingeladen und es haben sich auch schon einige Nachahmer gefunden. (Was ich im Übrigen gut heiße.)

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Aktuell arbeite ich gerade an Bierprodukten wie Biersenf, Hopfenschnaps (gebrannt und nicht angesetzt) und einer neuen Bierschokolade. Eine Biergeschenkbox mit genannten Produkten, erweitert mit unser allen Lieblingsprodukt, Bier, steht auch in den Startlöchern. Als Zukunftsvision für meinen Gasthof steht mittelfristig der Umbau des Gastgartens in einen Biergarten und des Frühstücksraumes in einen brauhausähnlichen, gemütlichen, multifunktionalen Raum an. Langfristig würde mir ein Bierspezialitätenlokal (ähnlich einer Vinothek) der Bierregion vorschweben.

Biersommelier Karl Zuser

Johanna Lankes, Biersommelière, Bayern

Johanna Lankes

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Alles! Nie hätte ich gedacht, daß das Thema Bier so viele verschiedene Komponenten in sich vereinen lässt … Natur, Handwerk, Geschichte, Genuß, Werte, Traditionen, Innovation, Individualität und natürlich Freude und Geselligkeit.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

In erster Linie dazu, bei meinen Verkostungen und Bierbegleitenden Menue-Abenden die Bierfreude und Bierleidenschaft meinen Gästen zu vermitteln. In der Regel werde ich größtenteils von Firmen für Events gebucht, aber immer öfter sind es auch kleine private Gruppen, die das Thema Bier mal von einer ganz anderen Seite betrachten möchten.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ob ich wirklich mal anfange selber den Weg des Brauens zu gehen steht noch in den Sternen. Im Moment beschränke ich mich lieber auf das Trinken, auf das Kombinieren von Essen und Bier und auf das Beantworten von Fragen meiner Gäste nach einer Verkostung. Die Entwicklung beim Bierbrauen wird in absehbarer Zeit verstärkt in die Richtung "Individualität" und "Zurück zur Natur" gehen - erstrebenswerte Ziele für uns alle denke ich.


Guido Albrecht, Biersommelier, Schweiz

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Für mich wurde die Ausbildung zu einer richtigen Herausforderung und Lebenseinstellung, die Gäste zu anspruchsvolleren Biertrinkern zu erziehen.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Als Gastronom profitiere ich täglich von meinem erlernten Wissen. Im Restaurant koche ich verschiedene Gerichte mit Bier oder Bierbestandteilen.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ich schreibe momentan ein Bierkoch, das für den Laien und auch in der Alltagsküche zu gebrauchen ist. Außerdem habe ich ein Bierverkostungsmobil gebaut, das ich bei Bierevents und bei Firmenanlässen benutze.