Sandra Ganzenmüller, Präsidiumssmitglied und Pressesprecherin, Bayern

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Die Welt der Bierbrauer ist mir nicht unbekannt gewesen, allein durch mein Studium in Weihenstephan, aber durch die Ausbildung hat sich für mich eine ganz neue, spannende Welt aufgetan. Ich habe unglaublich viele Persönlichkeiten und Branchengrößen getroffen, mit denen ich stets tolle Gespräche führe und so neu Eindrücke gewinnen kann. Ich freue mich auf jedes Verbandstreffen, die unterschiedlichsten Branchenleitmesen und Wettbewerbe, um noch mehr Kollegen kennenzulernen und mein Wissen zu vertiefen. Die Ausbildung war für mich nicht nur ein fachlicher, sondern ein persönlicher Gewinn.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Ich kombiniere mein Fachwissen mit meinem Beruf als Inhaberin meiner Food-PR-Agentur und leiste so meinen Beitrag, dass bei Verbrauchern, die Neugier an der deutschen Bierkultur und -vielfalt wieder geweckt wird, und sie Lust bekommen, Neues auszuprobieren und sich auf Genussreisen unter der Regie von Biersommeliers einzulassen. Ich möchte Journalisten dabei unterstützen, tolle Geschichten rund um Bier zu Papier zu bringen, und damit viele Leser zu erreichen. Da es mir möglich ist, den Beruf und das Hobby zu verbinden, freue ich mich, dass ich in den letzten Jahren in die Jury mehrerer internationaler Wettbewerbe berufen wurde. Hier verkoste und bewerte ich vornehmlich deutsche Bierstile und sorge damit dafür, dass trotz aller innovativer Entwicklungen, klassische Bierstile aus Deutschland in ihrem Charakter bewahrt werden.


Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ich werde mich sicherlich auch weiterhin der Kommunikation von Bierkultur und der Biervielfalt widmen. Nach den Büchern bin ich jetzt ins Online-Schreiben zu Bierthemen eingestiegen, die ich auf unserem Agenturblog www.kommunikationpur.com/branchentreff veröffentliche.


Markus Betz, Diplom Biersommelier, Wien (Österreich)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Der Biersommelier ist die logische Weiterbildung innerhalb meiner Position als Category Manager Beer beim Getränkegroßhändler Ammersin. Einschlägiges Wissen über Bier ist schließlich ein wichtiger Eckpfeiler bei den BeerLovers – sicher auch eine Art Dokumentation für den Expertenstatus beim Thema Bier. Deshalb gehört der Kurs einfach zu meiner Arbeit und Profession dazu.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Das beste Beispiel ist der stärkere Aufbau der österreichischen Bier-Community. Wir sprechen neue Zielgruppen an und dürfen niemals still sitzen. Dabei sind wir sehr aktiv: Wir stellen die weltweite Biervielfalt mit ihren neuen, aber auch den fast vergessenen Bierstilen einer breiten Öffentlichkeit vor. Da geht es um harte Motivations- und Überzeugungsarbeit sowohl in der Gastronomie als auch im Handel – der Schlüssel liegt in der erfolgreichen Transportierung der Prinzipien von kreativen Bieren. Unzureichendes Bierwissen schadet dem Projekt extrem.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Wir befinden uns im Endspurt bei der Eröffnung unserer Schaubrauerei. Zu viel wollen wir noch nicht verraten, aber diese Mikrobrauerei wird unglaublich viele Möglichkeiten schaffen, den Ruf von Bier auf das hohe Niveau zu heben, auf das es gehört. Darüber hinaus entwickeln wir uns auch im Bereich Kulinarik weiter und arbeiten derzeit an einer sehr hochwertigen Bierpraline.


Jan-Hendrik Koch, Biersommelier, Istanbul (Türkei)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Der Biersommelier hilft mir bei meiner Arbeit in unserer modernen Gasthausbrauerei, meine fachübergreifende Kompetenz zu stärken. Mittlerweile bin ich nicht nur Brauer, sondern werde nach Foodpairing-Ideen gefragt und habe bei der Gläserauswahl entscheidendes Mitsprachrecht. Außerdem lehrt einen die Ausbildung, noch enthusiastischer, detaillierter über Bier zu reden. Bereits vorhandenes Wissen wurde gefestigt und ausgebaut. Was sich noch verändert hat? Endlich kann ich an der Deutschen Meisterschaft der Biersommeliers teilnehmen und bin nun auch für die Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier qualifiziert. Da ich meine, eine gute Nase und einen guten Geschmackssinn zu haben, war mir klar: Da muss ich mitmachen.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Ich berate den „General Manager“ unseres Restaurants in allen bierrelevanten Fragen: vom Menü über Foodpairing, Menübeschreibungen, Events und Tastings bis hin zur Gläserauswahl. Außerdem fange ich gerade an, über die Bierszene in der Türkei zu schreiben. Da hilft es, die spezifischen Themen etwas mehr auszuschmücken und das neu erlernte Vokabular anzuwenden.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Die Teilnahme am European Beer Star mit unserer türkischen Marke „TORCH BREWERY“, das Installieren einer Starkbier-Produktlinie lagerfähiger Sorten, den Ausbau der Leicht- und Sommerbiere (2–4 % alc), Foodpairing mit Bier und Schokolade, Bier und Austern und Bier und Käse und hoffentlich regelmäßige Artikel im Craft-Beer-Magazin.


Simonmattia Riva, Weltmeister der Sommeliers für Bier 2015, Italien

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Die Ausbildung zum Biersommelier hat mir erlaubt mein Wissen, das ich in zwanzig Jahren als leidenschaftlicher Autodidakt und in Kursen in Italien von Unionbirrai und MoBi gesammelt habe, zu verfeinern und zu systematisieren. Die Professionalität der Ausbildung haben mir geholfen, einige grundlegende Aspekte des Bierbrauens zu vertiefen und mir einen größeren Überblick über die Komplexität der Welt des Bieres gegeben.Der Kontakt mit Brauern, Distributoren , Köchen und anderen Fachkräften die eine gänzlich andere Vision von Bier haben, als ein leidenschaftlicher Liebhaber der Bier zum Hobby hat, haben mich sehr bereichert, sowohl in Bezug auf das neu gesammelte Wissen und natürlich vom menschlichen Standpunkt aus. Ich hoffe, dass auch in Italien die Figur des Biersommelier immer mehr an Bedeutung und Autonomie gewinnt, die sie ja bereits in Deutschland und anderen Ländern hat und damit wesentlich zum Wachstum des Wissens und des verantwortungsvollen Konsums von Bier in meinem Land beiträgt.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Alles Wissen soll verbreitet und geteilt werden, es macht keinen Sinn sich wie ein alter Geizhals zu verhalten, der seinen Schatz vor den Augen anderer verborgen hält, aus aller Angst, dass er Ihm weggenommen werden könnte. Persönlich versuche ich meine Kenntnisse über die Biere in meiner täglichen Arbeit in meinen Pub „Beer Garage“ in Bergamo weiter zu geben, in dem ich mit unseren ausgesuchten Bieren unsere Kunden neue Aromen und Geschmackseindrücke entdecken lasse. Ich habe überdies auch viel Erfahrungen als Dozent in Verkostungskursen und Einführungen in die Bierkultur sammeln können und hoffe, diese Tätigkeit "nach dem Erwerb des Titel des Weltmeisters“ noch weiter auszubauen. Eine andere Sache, die mir sehr am Herzen liegt, ist als Judge an internationalen Wettbewerben teilzunehmen. Dies sind tolle Gelegenheiten zum Weiterbilden und sich mit anderen Enthusiasten und Experten aus der ganzen Welt auszutauschen. In Homebrewing Wettbewerben, hat man überdies noch die Gelegenheit "angehenden" potenziellen Brau Talenten zu helfen.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ich erlebte den Weltmeistertitel als ein Zeichen des Schicksals, um zu entscheiden,Bier nicht nur als Hobby zu betreiben sondern zu meinen Berufzu machen. Ich werde natürlich auch weiterhinin meinen Pub arbeiten und hoffe, das mir der Weltmeistertitel die Türenzu internationalen Wettbewerben als Judge öffnet um mit vielen Brauereien und Kollegen in Kontaktzu kommen. Da mein beruflicher Hintergrund mit der Welt der Lehrertätigkeit verbunden ist, liegtmir das lehren und die gemeinsame Nutzung von Wissen besonders am Herzen, deshalb freut es mich natürlich besonders das mich Stefan Grauvogl als Dozent zu Doemens geholt hat und ich aktiv an der Formation von neuen Biersommeliers in Italien teilhaben kann.


Dr. Markus Sailer, Deutscher Biersommeliermeister 2015, München

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Das Bier ist für mich viel mehr ein Genussmittel geworden, als dies früher der Fall war. Natürlich spielen dabei der erfrischende Zischeffekt und die Vielfalt der Biere eine Rolle, viel mehr noch fasziniert mich aber das Wissen um die Geschichte und die Lebendigkeit der einzelnen Bierstile. Durch das Wissen um Hintergründe, Technik und Geschmack der Biere spannt sich ein Genusskosmos auf, der seinesgleichen sucht.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Das Bier muss seinen Platz auf Augenhöhe mit dem Wein finden! Das wird noch ein langer Weg über die nächsten Jahre, aber die Ansätze sind vielversprechend. Meine Aufgabe sehe ich darin, sowohl Wissen als auch Spaß zu vermitteln!

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Als Biersommelier interessiert mich besonders das fertige Bier, dessen Lagerung und die Präsentation. Mit Speisen das richtige Pairing zu finden ist immer wieder eine spannende Aufgabe, der Effekt der richtigen Lagerung von Bier in Holzfässern und teils über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus ist ein Brückenschlag zur Weinkultur, der mir viel Spaß macht. Ein Thema, das mir ganz besonders am Herzen liegt, ist das richtige Bierglas und der Zugewinn an Aroma, den man aus einem wirklich guten Glas bekommt.


Medea Tappeiner, Präsidiumsmitglied und Kassier, Bruneck (Südtirol)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Das Thema Genuss hat für mich schon immer eine große Rolle gespielt. Ich nehme mir gerne Zeit um die Vielfalt der Aromen, von denen wir umgeben sind wahrzunehmen. Vor allem beim Essen und Trinken liebe ich es, zu riechen und zu schmecken, den Geschmack wahrzunehmen und zu genießen. Nicht nur bei den tollen Gaumenfreuden spielt die Wahrnehmung eine wichtige Rolle sondern auch in unserem Umfeld. Was gibt es zum Beispiel schöneres als den Geruch des Waldes oder einer bunten Blumenwiese? Die Natur ist der Ursprung der Gerüche, von ihr kann man die ganze Vielfalt der Aromen lernen.

Durch die Ausbildung zur Biersommelière habe ich gelernt, noch mehr mit offener Nase durch die Welt zu gehen und mit mehr Bewusstsein auf die sinnliche Wahrnehmung zu achten. Es hat sich mir eine spannende, vielseitige und abwechslungsreiche Welt geöffnet – die Welt der Biere. Für mich ist brauen (wie das kochen auch) eine Kunst. Und die Kunst steckt vor allem darin einen spannenden und einzigartigen Geschmack zu kreieren. Durch die Biersommelier Ausbildung habe ich nun die passenden Werkzeuge erhalten um mich mit mehr Aufmerksamkeit der Geruchs- und Geschmackswelt zu widmen. Erkannte Aromen zu definieren und die Kunst des Brauens zu verstehen. Ich habe gelernt meine Sinne zu schärfen.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Auch an meinem Arbeitsplatz steht Genuss im Vordergrund. Ich arbeite in Bruneck (Südtirol) im harpf Getränkeladen und zu meiner Freude habe ich dort tagtäglich die Möglichkeit mein Wissen rund um das Thema Bier einzusetzen. Man findet hier eine Vielzahl an handwerklich hergestellten Produkten: Lebensmittel, Weine, Spirituosen und vor allem über 130 verschiedene Biersorten. Neben dem direkten Kontakt mit den Genießern unter den Menschen stehe ich auch unseren Kunden aus der Gastronomie beim erstellen einer Bierkarte oder eines Bierkulinariums zur Seite. Unser Ziel ist es, den Menschen in unserer Umgebung einen Einblick in die Welt der Biere zu geben, Interesse an der Biervielfalt zu wecken und die Freude am Genuss zu vermitteln. Das Ganze fällt natürlich leichter, wenn man dies selbst mit Freude und Leidenschaft lebt. Es macht mir Spaß, meine Erfahrungen und das Gelernte weiterzugeben, mich über das Thema auszutauschen und vor allem aber das Wissen zu erweitern, wozu mir bei meiner Arbeit ständig die Möglichkeit geboten wird.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Seit kurzem gibt es in Südtirol die Ausbildung zum Diplom Bier Experten wo ich eine der Referenten bin. Aber auch bei anderen Bierverkostungen oder verschiedensten Veranstaltungen versuche ich stets die Begeisterung für Bier zu wecken. Jetzt freue ich mich aber vor allem mein neues Amt im Vorstand der Biersommeliers anzutreten und bin schon gespannt was da alles auf mich und uns zukommt.


Christoph Kämpf, Präsidiumsmitglied und Präsident, Straubing

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Die Blickrichtung auf das Thema Bier hat sich verändert. Ich hatte schon vor der Biersommelier-Ausbildung viel mit Bier zu tun. In einer Brauerei aufgewachsen habe ich in allen Bereichen, die das Bier durchläuft, gearbeitet. Habe Malz aus Säcken in die Schrotmühle geschüttet, Tanks per Hand gereinigt, abgefüllt und das fertige Bier zu Kunden gefahren. Ich war der Meinung, einiges über Bier zu wissen. Nach der Biersommelier-Ausbildung wusste ich, dass ich nur von der Technik des Bierbrauens etwas weiß. Ein mindestens ebenso spannender Teil ist aber das Getränk Bier. Die Vielschichtigkeit, Komplexität eines Bieres ist sehr verblüffend und wird leider von vielen Konsumenten unterschätzt, ja sogar gering geschätzt. Oftmals durch gedankenlose Sprüche sogar in eine „Schmuddelecke“ gestellt. Dabei bietet Bier viele Tausende von Geschmackskomponenten, die in Kombination ein Feuerwerk im Mund und Nase verursachen können wie kein anderes Getränk.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

In allen Gesprächen mit Kunden, Geschäftspartner und Journalisten versuche ich das oftmals geringe Wissen rund ums Bier in ein besseres Licht zu rücken. In Biersommelier-Abenden zeige ich den Interessierten die Brauerei, um jedem den Aufwand, der hinter der Bierherstellung steht, zu zeigen. Anschließend sprechen wir über den Biermarkt, Bierstile und verkosten eine Vielzahl unterschiedlicher Biere. So erweitert sich der Bierhorizont und das Ansehen des Bieres.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Aufgrund unserer neuen Sudhaustechnik ist es uns möglich, kleine, kreative Biermengen zu brauen. Erst kürzlich haben wir einen Hellen Bock in limitierter Menge gebraut. Auch das Thema Collaboration-Sude wird zwischenzeitlich an uns herangetragen und wir werden in Zukunft gemeinsam mit anderen Brauereien Biere brauen. Zwischenzeitlich haben unsere Außendienstmitarbeiter den Biersommelier erfolgreich abgeschlossen und bringen tolle Ideen für neue Biere ins Gespräch.


Axel Kiesbye, Präsidiumsmitglied und stellvertretender Präsident, Obertrum bei Salzburg

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Wir haben Bier vom Image eines billigen Massengetränks zu einem vielfältigen, qualitativ hochwertigen und spannenden Kulturgetränk entwickelt. Bier hat mittlerweile wieder die Wertschätzung, die es verdient. Diplom Biersommeliers sind dabei bieraffine Personen, die den Facettenreichtum des Bieres kennen und kommunizieren können und dabei als Vermittler zwischen Brauereien und Konsumenten auftreten. Für mich persönlich als Initiator der Ausbildung erfüllt es mit Stolz, welchen Stellenwert meine Braumeisterkollegen durch diese Ausbildung bekommen haben – so wie die Köche in der gehobenen Gastronomie sind sie nun zu den Stars und wichtigsten Repräsentanten der Brauereien geworden und stehen im Rampenlicht.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Wissen ist nicht Statisches und wird beispielsweise nur durch Gespräche mit den Teilnehmern der Biersommelierkurse laufend erweitert. Interessante Strömungen und Ideen werden dabei herausgefiltert und in neue Kurse und Bierprojekte gesteckt. So möchte ich möglichst viele Bierliebhaber an aktuellen Entwicklungen teilhaben lassen. Außerdem baue ich mein Bierwissen bei Beratungen, bei der Durchführung von Bierevents und im journalistischen Bereich ein.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ideen gibt es viele, manche brauchen Zeit und einen Markt. Meine Mission ist es, vor allem die Gastronomie von der Notwendigkeit einer fundierten Bierausbildung zu überzeugen und hier attraktive Ausbildungspackages zu schnüren. Ein weiteres Projekt ist die Wissensvermittlung. Hierzu aber später mehr.


Dr. Wolfgang Stempfl, Präsidiumsmitglied und Ausbildungsleiter, Gräfelfing

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Wie wir vor zehn Jahren mit der Biersommelier-Ausbildung begonnen haben, hätte ich mir selbst in den kühnsten Träumen nicht vorgestellt, welche Veränderungen wir in der Wahrnehmung von Bier mit dieser Initiative bewirkt haben. Aber offenbar war die Zeit reif, Bier in seinem riesigen Facettenreichtum als Genussmittel zu verstehen und wir konnten nicht nur die angehenden Biersommeliers in den Kursen davon begeistern, sondern – und das freut mich am meisten – die Biersommeliers haben ebendiese Begeisterung hinaus getragen in die Brauereien, in die Gastronomie und den Handel mit Bier. Seither hat sich ein starker Wandel in der Bierlandschaft in unseren Landen vollzogen. Die Rohstoffe zum Bierbrauen fanden und finden bei den Brauern wieder eine größere Beachtung, traditionelle Technologien in der Bierherstellung wurden wieder angewendet und auch das Fass als Lagermöglichkeit für Bier wurde wieder entdeckt. Dies hat sowohl die Bierlandschaft bei uns vielschichtiger gemacht, als auch das Interesse am Genussprodukt Bier beim Verbraucher geweckt und viele neue „Bierenthusiasten“ geboren. Dies alles hat mich sehr glücklich gemacht.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Das Faszinierende ist: Bier ist so vielfältig, dass einem das eigene Wissen darüber wie ein Sandkorn im Meer vorkommt. Bei jedem Biersommelier-Kurs und jedem Seminar lerne ich mindestens genauso viel von den Teilnehmern, wie die Absolventen von mir erfahren können. Und dies gilt ebenso bei all den Bierprämierungen und Bierverkostungen, an denen ich selbst teilnehme: Man wird immer wieder von unverhofften Geschmackseindrücken überrascht und bemerkt mit Freude, dass es ständig Neues zu entdecken gibt. Und diese „Entdeckungen“ gebe ich natürlich gerne wieder weiter in den unterschiedlichsten Ausbildungen an all diejenigen, die selbst gerne auf eine sensorische Entdeckungsreise gehen wollen.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ich habe ständig neue Ideen im Kopf, die „Faszination Bier“ auf unterschiedlichste Weisen den Menschen näher zu bringen. Zurzeit sind wir an der Doemens Akademie und im „Institute of Masters of Beer“ sehr damit beschäftigt, diese Faszination einerseits bei neuen Zielgruppen zu wecken, andererseits aber für unsere Biersommeliers bierige Themenkreise noch vielschichtiger und tiefgehender anzupacken. Mit Freude und Stolz erfüllt mich aber auch, dass viele unserer Biersommeliers in der Zwischenzeit selbst immer mehr bierige Ideen gebären und auch umsetzen. Deshalb dürfen wir uns sicher alle auf viele interessante Projekte in der Zukunft freuen.


Klaus Artmann, Präsidiumsmitglied und externes Marketing, Berater und Unternehmer, Wasserburg am Inn

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Die Selbsterkenntnis viel zu wenig über Bier zu wissen, führte nach einigen Jahren Selbststudium in Fachliteratur und Braupraxis zielsicher auf die Ausbildung zum Biersommelier zu. Diese Vertiefung der Kenntnisse in Verbindung mit ansteckender Begeisterung für die vielfältige Welt der Biere hat meinen Blick, mein Herz und meinen Gaumen verändert. Täglich gibt es neue Biere zu entdecken und kleine sensorische Wunder zu genießen.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Das Bierwissen ist die Grundlage für ansteckende Begeisterung. Dabei springt der eigene Bier-Funke nicht belehrend sondern unterhaltsam über bei Bierevents, Bier-Seminaren oder Bier-Menüs. Als Unternehmer macht es mir besonders große Freude mein Bierwissen mit meinem Unternehmerwissen zusammenzubringen und Brauereien, Getränkehändler oder Gastronomen zu beraten. Mein persönliches Engagement für die Biervielfalt und mehr Allgemeinbildung in Sachen Bier zeigt sich bei www.biertraum.de, www.biershop-bayern.de oder www.bier-quiz.de.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Schon heute nutze ich Analogien und Beispiele aus der Bierwelt, um Unternehmensstrategien oder Leitbilder für mittelständische Unternehmer handfest greifbar zu machen. Bier neu entdeckenund das Besondere im scheinbar so Gewöhnlichen zu erleben, führt zu vielen Impulsen und Denkanstößen für die eigene Einzigartigkeit der Unternehmen. Hierzu wird noch einiges in Angriff genommen …

Die Faszination Bier wird sicher noch zu einigen neuen Abenteuern, Beratungsformaten und Unternehmungen führen. Wichtig ist mir dabei, dass man gemeinsam mit anderen Bierliebhabern noch mehr erreichen kann – denn Bier führt zueinander und macht miteinander noch mehr Freude.


Oliver Wesseloh, Weltmeister der Sommeliers für Bier 2013, Hamburg

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Ich habe mehrere Jahre im Ausland gearbeitet und hatte als Brauer und Bierliebhaber die Gelegenheit, die grandiose Vielfalt der Biere weltweit zu entdecken. Ein „Bierfreak“ war ich also schon vorher. Aber durch die Ausbildung zum Sommelier für Bier habe ich das richtige Handwerkszeug erlernt um auf professionelle Weise mein Wissen und meine Begeisterung in Sachen Bier teilen zu können. Das hilft mir nicht nur bei Verkostungen und Veranstaltungen sondern auch bei der Präsentation unserer eigenen Bieren der Kehrwieder Kreativbrauerei. Es ist für mich immer wieder ein großartiger Moment, wenn es mir gelingt die Teilnehmer meiner Verkostungen mit meiner Begeisterung anzustecken und ihnen die Augen für die wahre Bierviefalt zu öffnen.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Als Sommelier für Bier werde ich für Verkostungen gebucht, halte Vorträge zum Thema Biervielfalt und Craft Beer, berate Getränkehändler, die sich von der Masse mit einer besonderen Bierauswahl abheben wollen, und entwerfe spezielle Bierkarten für Gastronomen. Als Brauer und Gründer der Kehrwieder Kreativbrauerei kreiere ich neue Biere oder interpretiere alte Bierstile neu. Als Berater unterstütze ich Brauereien weltweit mit Strategieplanung und Rezeptentwicklung und als Jurymitglied bewerte ich Biere bei internationalen Wettbewerben wie dem World Beer Cup.  Außerdem mehren sich die Interview-Anfragen und die Bitte um Hintergrundinformationen von Seiten der Presse. Was mich natürlich freut, weil so das Thema Biervielfalt stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht wird. 

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

In den Fässern von Axel Kiesbye lagert der Weltmeistersud, den ich in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten der Biersommelierausbildung - dem Verband der Sommeliers für Bier, der Doemens Akademie und Kiesbyes Bierkulturhaus - gebraut habe. Mit der Firma SAHM habe ich ein Weltmeister-Glas entworfen, das in diesem Jahr auf den Markt kommen wird. Und ich werde mich auch weiter für mehr Biervielfalt in Deutschland einsetzen. Als Weltmeister der Sommeliers für Bier, als Berater und  mit unserer eigenen Brauerei. Für das Jahr 2014 stehen mehr als zehn verschiedene Biere auf dem eigenen Kehrwieder-Brauplan, hinzu kommen noch diverse Kollobarationssude mit Brauereien weltweit. Im April werde ich beispielsweise nach Südamerika fliegen um dort mit den Biersommelierskollegen in einer brasilianischen Brauerei einen Gemeinschaftssud zu brauen.


Michael König, Biersommelier, Bayern

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Zuerst muss ich sagen, dass das Thema „Bier“ allein schon vieles verändert hat. Ein bewussteres Genießen, und vor allem eine stetig wachsende Leidenschaft. Sensorik fand ich schon immer spannend, so war für mich die Ausbildung zu Biersommelier der logische Schluss. Was sich dadurch verändert hat? Zum einen wird man natürlich etwas anerkannter in der Bierszene und zum anderen war das der Einstieg in eine große und tolle Familie. Nach der Ausbildung folgen viele Treffen, interessante Gespräche und man lernt ständig neue Leute kennen, die einem sofort vertraut sind, weil sie die gleiche Leidenschaft teilen.


Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Zum einen natürlich in meinem Bierblog neubierig.de, den hatte ich schon vor meiner Biersommelier-Ausbildung. Des Weiteren gebe ich Bierseminare und versuche damit meine Leidenschaft weiterzugeben und bierinteressierte Menschen etwas wach zu rütteln. Falls eine Brauerei eine Bierbeschreibung braucht, bin natürlich nicht abgeneigt. Für Bierverkostungen oder Bierkulinarien kann man mich auch engagieren.


Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ich habe viele Ideen im Kopf aber leider so wenig Zeit. Das Thema „Bier“ und die Tätigkeit als Biersommelier ist ja nicht mein Hauptberuf. Ich werde versuchen meine Bierseminare in meiner Umgebung zu etablieren und abwarten, was auf dieser Bierreise noch alles passiert. Vielleicht findet sich die Zeit, das ein oder andere Projekt, das in meinem Kopf habe, auch umzusetzen.

Copyright Foto: Frank Wunderatsch


Karl Zuser, Biersommelier, Ried (Österreich)

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Als Gastronom und Bierfreund hatte ich das Gefühl, einiges über das Thema Bier zu wissen. Als ich den Kurs im Jahr 2012 besuchte öffnete sich mir aber eine völlig neue, nicht bekannte, (Bier-) Welt mit einer ungeahnten Sorten- und Geschmacksvielfalt. Seither bin ich ständig auf der Suche nach ausgezeichneten Bieren und habe meinen Gasthof noch stärker dem Bier gewidmet. Ich nütze das Thema zur Positionierung mit echtem, schwer kopierbarem Alleinstellungsmerkmal.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Recht umfassend, denke ich: Bier des Monats, wechselndes 5 gängiges Biermenü, Bierverkostungen auswärts und in meinem einzigartigen Bierkeller mit mehr als 200 verschiedenen Bieren. Um dem Ruf als Botschafter des guten Bieres gerecht zu werden, gründete ich einen (offenen) Stammtisch der BIERologen, welcher sich regelmäßig am letzten Donnerstag im Monat, bei mir im Gasthof Riedberg trifft und bei welchem interessante Biere in gediegenem Rahmen verkostet werden. Dazu ist natürlich jeder gerne eingeladen und es haben sich auch schon einige Nachahmer gefunden. (Was ich im Übrigen gut heiße.)

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Aktuell arbeite ich gerade an Bierprodukten wie Biersenf, Hopfenschnaps (gebrannt und nicht angesetzt) und einer neuen Bierschokolade. Eine Biergeschenkbox mit genannten Produkten, erweitert mit unser allen Lieblingsprodukt, Bier, steht auch in den Startlöchern. Als Zukunftsvision für meinen Gasthof steht mittelfristig der Umbau des Gastgartens in einen Biergarten und des Frühstücksraumes in einen brauhausähnlichen, gemütlichen, multifunktionalen Raum an. Langfristig würde mir ein Bierspezialitätenlokal (ähnlich einer Vinothek) der Bierregion vorschweben.

Biersommelier Karl Zuser

Johanna Lankes, Biersommelière, Bayern

Johanna Lankes

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Alles! Nie hätte ich gedacht, daß das Thema Bier so viele verschiedene Komponenten in sich vereinen lässt … Natur, Handwerk, Geschichte, Genuß, Werte, Traditionen, Innovation, Individualität und natürlich Freude und Geselligkeit.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

In erster Linie dazu, bei meinen Verkostungen und Bierbegleitenden Menue-Abenden die Bierfreude und Bierleidenschaft meinen Gästen zu vermitteln. In der Regel werde ich größtenteils von Firmen für Events gebucht, aber immer öfter sind es auch kleine private Gruppen, die das Thema Bier mal von einer ganz anderen Seite betrachten möchten.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ob ich wirklich mal anfange selber den Weg des Brauens zu gehen steht noch in den Sternen. Im Moment beschränke ich mich lieber auf das Trinken, auf das Kombinieren von Essen und Bier und auf das Beantworten von Fragen meiner Gäste nach einer Verkostung. Die Entwicklung beim Bierbrauen wird in absehbarer Zeit verstärkt in die Richtung "Individualität" und "Zurück zur Natur" gehen - erstrebenswerte Ziele für uns alle denke ich.


Guido Albrecht, Biersommelier, Schweiz

Was hat sich durch die Ausbildung zum Biersommelier für dich verändert?

Für mich wurde die Ausbildung zu einer richtigen Herausforderung und Lebenseinstellung, die Gäste zu anspruchsvolleren Biertrinkern zu erziehen.

Wie setzt du dein Bierwissen ein?

Als Gastronom profitiere ich täglich von meinem erlernten Wissen. Im Restaurant koche ich verschiedene Gerichte mit Bier oder Bierbestandteilen.

Auf welche bierigen Projekte von dir können wir uns in Zukunft freuen?

Ich schreibe momentan ein Bierkoch, das für den Laien und auch in der Alltagsküche zu gebrauchen ist. Außerdem habe ich ein Bierverkostungsmobil gebaut, das ich bei Bierevents und bei Firmenanlässen benutze.